Neuerscheinungen: Ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte – Die Zeitschriften zur »Volksschule« und »Höheren Schule«

Band II und III der Reihe „Die schulspezifische Ausrichtung der Lehrkräfte in der NS-Zeit“ sind erschienen. Sie drehen sich um die Zeitschriften des NS-Lehrerbundes für Lehrkräfte der Volksschulen und höheren Schulen.

Details zu allen Bänden der Reihe beim Verlag

Benjamin Ortmeyer:
Band II: NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift
»Die Deutsche Volkssschule« 1934–1944

Protagoras Academicus: Frankfurt am Main 2018, 278 Seiten, 24,80€, ISBN 978-3-943059-24-3

Die Zeitschrift »Die Deutsche Volksschule« (zunächst unter dem Titel »Der Neue Volkserzieher«, später »Der Deutsche Volkserzieher«) wurde als schulspezifisches Organ der Reichsfachschaft Volksschule des Nationalsozialistischen Lehrerbunds (NSLB) herausgegeben, um speziell die Lehrkräfte im Volksschulbereich mit der NS-Ideologie zu indoktrinieren.
Charakteristisch für diese Zeitschrift ist, dass kein besonders hoher Aufwand betrieben wurde, um die angeblich wissenschaftlichen Theorien über »Rasse« und Vererbung zu erklären und zu vermitteln, schließlich wechselten mehr als 90 % der damaligen Schülerinnen und Schülern nicht auf weiterführende Schulen, sondern verblieben in der Volksschule.
Das »Völkische« steht bei der Argumentation meist im Vordergrund; verwendet wird eine eher grobe Variante der NS-Sprache, mit Ausfällen gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland, mit Betonung der bäuerlichen »Blutquelle« und mit – nicht ohne eine gewisse Redundanz vorgetragenen – Lobliedern auf die angeblich »rassische« Basis der konstruierten »deutschen Volksgemeinschaft«.
3 Bände Schulspezifische Ausrichtung Aber auch die an Ernst Krieck orientierte Forderung nach einer akademischen Ausbildung für Volksschullehrerinnen und -lehrer wird in dieser Zeitschrift diskutiert.

 

Benjamin Ortmeyer
unter Mitarbeit von Johannes Rhein und Jonas Riepenhausen:
Band III: NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift
»Die Deutsche Volkssschule« 1934–1944

Protagoras Academicus: Frankfurt am Main 2018, 300 Seiten, 24,80€, ISBN 978-3-943059-25-0

Die Zeitschrift »Die Deutsche Höhere Schule« wurde als schulspezifisches Organ der Reichsfachschaft Höhere Schulen des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB) herausgegeben, um speziell die Lehrkräfte im Bereich der höheren Schulen mit NS-Ideologie zu indoktrinieren.
Die Autorinnen und Autoren dieser Zeitschrift sind bemüht, sich in Sprache und Themenwahl als Vertreterinnen und Vertreter einer höheren Bildung zu präsentieren. In Auseinandersetzung mit dem bisherigen Bildungskanon wird die NS-Ideologie als Mittel gegen Humanismus auf völkisch-rassistischer Grundlage Thema für Thema ausgebreitet.
Ob und wie Platon für gedanken der »Rasse« eingetreten sei, wird ebenso behandelt wie die Frage, ob die alten Griechen überhaupt mit der »nordischen Blutsgemeinschaft« in Verbinung gebracht werden können oder wie die verschiedenen bereiche der Geisteswissenschaften »rassisch« geprägt seien.
Das Prinzip der Auslese einer Elite der »deutschen Herrenrasse« wird in dieser Zeitschrift begeistert unterstützt. Der klassische Gymnasiallehrer mit seiner elitären Grundhaltung begründet nun – verknüpft mit der NS-Ideologie –, warum nur die Besten auf Höhere Schulen gehen dürften und wie gut und wichtig es sei, dass der elitäre Charakter dieses Schultyps erhalten bleibe.
Rassismus, »Rassenhygiene« udn Judenfeindschaft sind selbstverständliche Bestandtteile der Beiträge in dieser Zeitschrift, die ein breit gefächertes Themenfeld behandeln.

 

Band I erschien bereits 2017 zur Zeitschrift für Lehrerinnen und Lehrer der sogenannten Sonderschulen.

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