Veranstaltung 19.11.2019 – Zur Bedeutung der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt

19. November 2019, 18:30 Uhr
Zur Bedeutung der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt
„NS-Verbrechen, NS-Ideologie, NS-Pädagogik – heute“
Gespräch mit anschließender Diskussion

 
 
Dr. Z. Ece Kaya (Leitung Forschungsstelle NS-Pädagogik), Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer und Carolin Heymann im Gespräch mit Marc Grünbaum (Dezernent für Jugend der Jüdischen Gemeinde Frankfurt)

  • 19. November 2019
  • 18:30 Uhr
  • Gemeinderatssaal im Ignatz-Bubis Gemeindezentrum
    Westendstraße 43, Frankfurt am Main

 

Einladung zum Vortrag mit Profin Dr. Julia Bernstein

Wie kommt es, dass 73 Jahre nach dem Holocaust das Schimpfwort „Du Jude“ das am meisten artikulierte Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen ist? Wie fatal ist das Problem und aus welchen Komponenten besteht es? Wie nehmen jüdische Betroffene Antisemitismus wahr und in welcher Diskrepanz steht es zur Sicht der Lehrkräfte?Welche Formen des Antisemitismus können aus dem schulischen Alltag entnommen werden? Welche Stereotype sind importiert und welche „hausgemacht“? Wie lässt sich israelbezogener Antisemitismus erkennen und was sind die Grenzen des Legitimen in den Debatten über Israel? Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Rassismus und Antisemitismus, wie spielen sich die Gegenstandsbereiche gegeneinander aus?

Diese und weitere Fragen stehen im Fokus der ersten empirischen Studie zum Antisemitismus im schulischen Bereich, in der die Perspektiven der Betroffenen mit denen der Lehrkräfte verglichen und analysiert werden.

 

17. Juni 2019 14 Uhr PEG 2.102

 

Veranstaltungen im Juni 2019

Gerade zurück vom Vortrag und dem Workshop letzte Woche auf der Tagung Forum Kritisch-Politische-Bildung finden diese Woche und nächste Woche schon die beiden letzten Veranstaltungen der Filmreihe „Revision. Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung und Kämpfe gegen Antiziganismus“ statt!

Der vorangegangene Film der Veranstaltungsreihe der Kinothek Asta Nielsen e.V. in Kooperation mit Mal Seh’n Kino, Nitribitt – Frankfurter Ökonomien, Förderverein Roma e.V., Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Offenes Haus der Kulturen e.V., Pupille – Kino in der Uni und RomaTrial e.V. war vorletzte Woche „JUDGMENT IN HUNGARY“ mit anschließendem Gespräch von Ece Kaya mit der Regisseurin des Films Eszter Hajdú und NSU Watch Hessen.

Diese Woche werden „IO, LA MIA FAMIGLIA ROM E WOODY ALLEN“ und „PAGES OF MY BOOK“ und nächste Woche „Revision“ gezeigt.
Alle Infos bei der Kinothek Asta Nielsen

 
MITTWOCH, 5. JUNI, 20 UHR, MAL SEH’N KINO:

Io, la mia famiglia Rom e Woody Allen
„Ich bin in Italien geboren, ich habe einen italienischen Personalausweis und einen bosnischen Reisepass. Aber meine Identität ist eine andere: Ich bin Romni.“ Laura Halilović beschreibt in ihrem Debütfilm die Geschichte, Träume und den Alltag ihrer Familie: Ihre Eltern haben einen Teil ihres Lebens zwischen Italien und Jugoslawien pendelnd verbracht. Das Leben im Wohnwagen haben sie aufgegeben und wohnen seit zehn Jahren in einer Mietwohnung in Norditalien; ein Teil der Verwandtschaft versucht, weiterhin in einer Wohnwagensiedlungen zu leben, errichtet auf einem gekauften Stück Land. Doch die lokalen Behörden gehen repressiv gegen die Siedlung vor.
Halilović erzählt mit Videoaufnahmen und Fotografien aus dem Familienarchiv sowie aktuellen Interviews eine Coming-of-Age-Geschichte zwischen rassistischer Ablehnung und unbeschwertem Alltag, zwischen Tradition und dem Wunsch nach einem eigenen Weg.

Pages of my book
Die bulgarische Romni Galya Stoyanova äußert in diesem Kurzfilm ihre tiefsten Unsicherheiten, Ängste und Hoffnungen durch die kraftvolle, aber oberflächliche Darstellung, wie andere uns, die Rom*nja, wahrnehmen. Am Ende überwiegt die Selbstakzeptanz der Kultur, der Vielfalt und der einen Sache, die wir nicht ändern können – unsere Herkunft.

Anschließend Gespräch mit Galya Stoyanova (Fotografin, Filmemacherin, Aktivistin), Moderation Gaby Babić (Kinothek Asta Nielsen). Die Veranstaltung auf Facebook

 
DONNERSTAG, 13. JUNI, 20.15 UHR, PUPILLE – KINO IN DER UNI:

Revision
Am 29. Juni 1992 entdeckt ein Bauer zwei Körper in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittlungen ergeben, dass es sich bei den Toten um rumänische Staatsbürger handelt. Sie werden bei dem Versuch, die europäische Außengrenze zu überschreiten, von Jägern erschossen. Diese geben an, die Menschen mit Wildschweinen verwechselt zu haben. Vier Jahre später beginnt der Prozess. Welcher der Jäger den tödlichen Schuss abgegeben hat, lässt sich nie beweisen. Das Urteil: Freispruch. dpa meldet: „Aus Rumänien ist niemand zur Urteilsverkündung angereist.“ In den Akten stehen die Namen und Adressen von Grigore Velcu und Eudache Calderar. Ihre Familien wussten nicht, dass jemals ein Prozess stattgefunden hat. Mit REVISION wird ein juristisch abgeschlossener Kriminalfall einer filmischen Revision unterzogen, die Orte, Personen und Erinnerungen miteinander verknüpft und ein fragiles Geflecht aus Versionen und Perspektiven einer „europäischen Geschichte“ ergibt.

Anschließend Gespräch mit Silke Huropp und Smaranda Iuonas (Förderverein Roma e.V.), Moderation Gaby Babić (Kinothek Asta Nielsen). Die Veranstaltung auf Facebook

Bild Filmreihe Revision

Vorlesung von Benjamin Ortmeyer

Mitschnitte der Vorlesungen Adorno, Freud, Marx von Benjamin Ortmeyer finden Sie auf dieser Website

Die ausstehenden Termine der Vorlesung sind

6. Juni
S. FREUD: Grundlagen

13. Juni
S. FREUD: Der Einzelne und die Gesellschaft / mit Blick auf Wilhelm Reich

(20. und 27. Juni findet die Vorlesung nicht statt)

4. Juli
K. MARX: „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ und „Manifest der Kommunistischen Partei“

11. Juli
K. MARX: Kritik der Politischen Ökonomie („Das Kapital“) und Schlussfolgerungen daraus

18. Juli
K. MARX: „Bürgerkrieg in Frankreich“ – Blick auf Engels („Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“) und die Sozialdemokratie

„Revision. Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung und Kämpfe gegen Antiziganismus“

Hier finden Sie das Programm der Film- und Diskussionsreihe „Revision. Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung und Kämpfe gegen Antiziganismus“. Sie findet von April bis Juni 2019 statt.

Von dem beeindruckenden Porträt einer der wichtigsten Rom*nja-Bürgerrechtlerinnen des 20. Jahrhunderts – der Schwedin Katarina Taikon – über die erschütternde Prozessbeobachtung im Kontext einer rechtsextremistischen Mordserie in Ungarn Ende der Nullerjahre – über Coming-of-Age-Geschichten sowie Selbst- und Fremdbefragungen junger Romnja in Italien und Bulgarien hin zur filmischen Revision eines ungeklärten Kriminalfalls, beispielhaft für den Rassismus in der europäischen Migrationsgeschichte: Die Film und Diskussionsreihe
Revision. Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung und Kämpfe gegen Antiziganismus nimmt Lebensbedingungen und -realitäten, Diskriminierungserfahrungen und Widerstände von Rom*nja in Europa in den Blick.
Solange die Darstellung der größten europäischen Minderheit einer permanenten Stereotypisierung gleichkommt, solange jahrhundertealte antiziganistische Vorurteile durch die Mehrheitsgesellschaft tradiert und legitimiert werden, solange bedarf es der Revision. Es bedarf der Bilder, Erzählungen, Analysen, die diese einseitigen Darstellungen durchbrechen. Die Filme des Programms versuchen diesen Durchbruch. Wir laden zum sehen und diskutieren ein. An den Diskussionen mit dem Publikum werden Filmemacher*innen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen teilnehmen – Rom*nja und Nicht-Rom*nja.

Auf Facebook

Mittwoch, 24. April, 20 Uhr, Mal Seh’n Kino
Auftaktveranstaltung, „TAIKON“ (Schweden, 2015) die Veranstaltung auf Facebook

Mittwoch, 22. Mai, 19.30 Uhr, Mal Seh’n Kino
„JUDGMENT IN HUNGARY“ (Urteil in Ungarn – Ungarn/Deutschland/Polen 2013)

Mittwoch, 5. Juni, 20 Uhr, Mal Seh’n Kino
„IO, LA MIA FAMIGLIA ROM E WOODY ALLEN“ (Ich, meine Roma-Familie und Woody Allen – Italien 2009) und
„PAGES OF MY BOOK“ (Seiten meines Buches – Ungarn 2013)

Donnerstag, 13. Juni, 20.15 Uhr, Pupille
„REVISION“ (Deutschland 2012)

Details zu den Filmen und alles Wissenswerte bei der Kinothek Asta Nielsen und per Klick auf den Flyer:

Bild Filmreihe Revision

Tagung „Frankfurt und der Nationalsozialismus“

Im März fand im Historischen Museum Frankfurt die Tagung „Frankfurt und der Nationalsozialismus“ statt, an der auch die Forschungsstelle teilnahm (inklusive des untenstehenden Posters). Die Tagung fand zur Vorbereitung der kommenden gleichnamigen, umfangreichen Ausstellung im Historischen Museum statt.

Infos des Historischen Museums zur Tagung und zur Ausstellung.

Poster - über die Forschungsstelle

Veranstaltungen im kommenden Sommersemester 2019

Im kommenden Sommersemester stehen wieder einige Veranstaltungen der Forschungsstelle an, eine erste schnelle Übersicht:

Pädagogische Konzepte: Kontinuitäten, Diskontinuitäten aus der NS-Pädagogik, Workshop beim Studientag Rechtsextremismus, Frankfurt University of Applied Sciences, Juli 2019, Info.

Workshop „Aufklärung als Schutzimpfung“? Zur Ausbildung der Lehrer*innen über die NS-Zeit und Vortrag Kontinuität kolonialrassistischer Denkfiguren in den Diskursen der ‚Neuen Rechten‘, auf der Tagung Forum Kritische politische Bildung, Mai 2019.

– Filmreihe und Diskussionen REVISION. Rom*nja-Bürgerrechtsbewegung und Kämpfe gegen Antiziganismus, April bis Juni 2019, in Kooperation mit der Kinothek Asta Nielsen und dem Förderverein Roma e.V. Zur Auftaktveranstaltung 24.4. im Mal Seh’n Kino.

(Weitere Veranstaltungen und nähere Infos folgen)

Bild Filmreihe Revision

Veranstaltungen anlässlich des 27. Januar 2019

Am kommenden Montag finden anlässlich des Jahrestages der Befreiung der Konzentrationslager von Auschwitz einige Veranstaltungen statt, auf die wir gerne hinweisen würden:

FR zur Vortragsreihe

Anlässlich des Beginns der Ringvorlesung „Erziehungswissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus in der postnationalsozialistischen Gesellschaft“ schreibt Franziska Schubert in der Frankfurter Rundschau vom 21.10.18: Zum Artikel

Neue Veranstaltungsreihe: Lebensrealitäten von Rom*nja

Im Oktober und November findet an der Goethe-Universität die dreiteilige Veranstaltungsreihe

„Perspektiven auf Lebensrealitäten von Rom*nja in Frankfurt –
Antiziganistische Vorurteilsstrukturen von der NS-Zeit bis heute“

statt, organisiert von einer Gruppe Studierender, die aus dem Seminar „Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus seit 1945 – Kontinuitäten und Diskontinuitäten“ im SoSe 2018 von Katharina Rhein hervorging, und der Forschungsstelle NS-Pädagogik.
→ Facebook

31.10.2018 — 19:00 Uhr
„Armer Bettler, böser Rom“:
Die antiziganistische Struktur des Frankfurter Armutsdiskurses

Vortrag: Benjamin Böhm (Politikwissenschaftler, Soziologe und Sozialarbeiter)

Ort: Café KOZ; Campus Bockenheim, Mertonstraße 26
→ die Veranstaltung auf Facebook
Die antiziganistische Ideologie und ihr Widerhall in Deutschlands Politik und Gesellschaft zeichnen sich – trotz des deutschen Völkermords an den RomNia und SintiZe – durch eine erstaunliche Kontinuität aus. Nach 1945 hat sich das Sprechen über RomNia, SintiZe und andere Markierte jedoch auch verändert und wurde chiffriert, so dass Antiziganismus in Deutschland vollkommen enttabuisiert öffentlich reproduziert werden kann, selbst wenn Vernichtungsphantasien deutlich zutage treten: „Wann werden sie endlich vertrieben?“ fragt eine Boulevardzeitung etwa in einem Artikel über „aggressive Bettler“ in Frankfurt.
Der Vortrag veranschaulicht, wie sich einerseits im aktuellen Frankfurter Armutsdiskurs und anderseits in der örtlichen kommunalpolitischen Praxis Antiziganismus widerspiegelt und erinnert an dessen historische Kontinuität in Frankfurt. Dabei beschränkt sich der Vortrag nicht auf eine Analyse des Sprachlichen, sondern umreißt auf der Basis einer materialistischen Gesellschaftstheorie und der kritischen Kriminologie die gesellschaftlichen Grundlagen der antiziganistischen Ideologie.

7.11.2018 — 19:00 Uhr
Gespräch über die Verfolgung und Vernichtung von Roma im Nationalsozialismus und die Wirkungsgeschichte nach 1945
mit Frau Rose und Frau Strauß, Romnja aus Frankfurt

Ort: Hörsaal I; Campus Bockenheim, Mertonstraße 17-21
→ die Veranstaltung auf Facebook
Die Eltern von Frau Rose und Frau Strauß haben die Konzentrations- und Vernichtungslager im Nationalsozialismus überlebt. Wie sich die nationalsozialistische Verfolgung und Deportation der Eltern auf ihre Kindheit ausgewirkt hat, und wie die Kontinuitäten des Antiziganismus auch heute noch ihr Leben und Engagement prägen, berichten Frau Rose und Frau Strauß im Gespräch. Joachim Brenner, Geschäftsleiter des Fördervereins Roma in Frankfurt, wird das Gespräch moderieren.

15.11.2018 — 19:00 Uhr
Filmvorführung und Gespräch: Roma in Frankfurt
Gespräch mit dem Förderverein Roma und den Filmemacherinnen Ulrike Holler und Cornelia Rühlig (Margit-Horváth-Stiftung)

Ort: Hörsaal I; Campus Bockenheim, Mertonstraße 17-21
→ die Veranstaltung auf Facebook
Roma, die in Frankfurt leben, beschreiben in diesem Film ganz unterschiedliche Aspekte des eigenen Alltagslebens: z. B. ihr Aufwachsen als Kinder von KZ-Überlebenden, die in der Nachkriegszeit erneut an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und keine Wohnung bekommen. Obdachlose erklären, warum sie aus Rumänien nach Frankfurt kamen und wie sie nun durch Betteln oder Billigstlohnarbeit versuchen, ihre Familie zu ernähren. Jugendliche, die zeitweise in osteuropäischen Ländern und zeitweise in Frankfurt aufwuchsen, erzählen von den Besonderheiten ihrer Bildungsgeschichte. Sie sprechen alle von ihrer Hoffnung, ein „normales“ Leben aufbauen zu können und erleben tagtäglich, dass man ihnen mehr misstraut als anderen – wenn deutlich wird, dass sie Roma sind.