Artikel zur Debatte um Max Traeger

In der Jüdischen Allgemeinen erschien am 16. November von Astrid Ludwig ein Artikel zur Debatte um Max Traeger.
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Neuerscheinung: NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift »Die deutsche Sonderschule«

Soeben ist das Buch „NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift »Die deutsche Sonderschule« 1934–1944. Eine dokumentarische Analyse“ von Marietheres Triebe erschienen. Es stellt damit den I. Teil der Reihe „Die schulspezifische ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte in der NS-Zeit“ dar.

 

Umschlag »NS-Ideologie in DdS«

Die Zeitschrift »Die deutsche Sonderschule« wurde als schulspezifisches Organ der Reichsfachschaft Sonderschulen des Nationalsozialistischen Lehrerbunds (NSLB) herausgegeben, um speziell die Lehrkräfte im Sonderschulbereich mit der NS-Ideologie zu indoktrinieren.

Im Vordergrund steht die Erklärung des »Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses« sowie Fragen der praktischen Auswirkungen in speziellen Schultypen, gerade auch in der »Hilfsschule«. Die Kategorie des »brauchbaren Hilfsschulkinds« impliziert die Aussonderung der als nicht brauchbar angesehenen Schulkinder, eine Vorstufe zu deren Sterilisation und später zu deren Ermordung. Die Sterilisation dabei wird als nötiges »Opfer für das deutsche Volk« pseudomoralisch unterfüttert.

In dieser Zeitschrift wurde diskutiert, wie Akten über Krankheiten von Kindern und über deren Familien erfasst und archiviert werden sollten. In vielerlei Hinsicht ging es außerdem darum, die sogenannten »Asozialen« zu identifizieren und als »erbkrank« zu charakterisieren.

Insgesamt wird die besondere Bedeutung der Sonderschule für die »Reinerhaltung des deutschen Volkskörpers« – wie es im NS-Jargon hieß – herausgestellt. Dies geschah im Rahmen der rassistischen Hetze gegen Sinti und Roma und gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland.

(452 Seiten ● Frankfurt am Main 2017 ● ISBN 978-3-943059-23-6 ● 39,80 Euro)

Verlags-Website

Neuerscheinung zu Max Traeger

BrumlikOrtmeyer - Traeger kein Vorbild - Umschlag
Gerade erschienen ist zur Debatte um Max Traeger:

Micha Brumlik und Benjamin Ortmeyer (Hrsg.):
Max Traeger – kein Vorbild
Person, Funktion und Handeln im NS-Lehrerbund und die Geschichte der GEW

Beltz Juventa-Verlag: Weinheim und Basel 2017.

Details beim Verlag
Inhaltsverzeichnis / Leseprobe

Mit Beiträgen von: Micha Brumlik, Benjamin Ortmeyer, Saskia Müller, Sven Lehmann, Bernhard Nette, Stefan Romey, Ronja Heinelt, Robert Hübner, Evîn Jlussi, Gesa Müller, Tobias Wollborn und Z. Ece Kaya.

»Der Band analysiert die öffentliche Auseinandersetzung über den Zusammenhang zwischen dem Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) und der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) anhand des Namensgebers der GEW-Stiftung Max Traeger. Der aktuellen, mit Geschichtsrevisionismus verbundenen Verteidigung Traegers, der nach 1945 Vorsitzender der GEW wurde, wird entgegengetreten.
Traeger trat am 1. Mai 1933 in den NSLB ein, organisierte nach 1945 in Hamburg ein vom NSLB sogenanntes arisiertes Haus für die GEW Hamburg. Wie war das mit seiner Rolle im NSLB und in der Zeit nach 1945? War er wirklich kein Mitläufer der Nazis? Inwieweit hat er das Regime begünstigt, unterstützt und gar von ihm nach 1945 profitiert? Hätte er nicht Widerstand leisten oder bestimmte Handlungen unterlassen müssen, um als Vorbild zu gelten?«

Neues Forschungsprojekt: Der Beltz-Verlag in der NS-Zeit

Die Forschungsstelle NS-Pädagogik und der Beltz-Verlag beginnen ein neues Forschungsprojekt, das im Laufe der kommenden Monate durchgeführt wird. Es werden die in der Nazi-Zeit erschienenen Publikationen des Beltz-Verlages recherchiert und bewertet.
Das Projekt „Beltz in der NS-Zeit“ wird von Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer geleitet: „Das Projekt ist ein Beitrag zur Aufklärung über die oft unterschätzte Rolle der NS-Pädagogik bei der durchaus nicht völlig erfolglosen Zurichtung einer ganzen Generation im Sinne von Krieg, Rassismus und Judenfeindlichkeit. Die Veröffentlichungen von Beltz stehen exemplarisch für die Arbeit vieler pädagogischer Verlage während dieser Zeit.“
„Beltz hat in seiner Vergangenheit viel erlebt“, sagt Nils Rübelmann vom Beltz-Verlag. Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums des Verlags ist es ein besonderes Interesse, „auch dieses Kapitel aufzuarbeiten. Aufklärung ist ein Wert an sich, es geht darum, aus der Vergangenheit zu lernen, um die Zukunft zu verbessern.“

Vier bislang erschienene Artikel zum Projekt.

Umbenennung Eduard-Spranger-Schule

Die Entscheidung, die Eduard-Spranger-Schule in Frankfurt-Sossenheim umzubenennen, steht nun fest.
Am 11. Mai erschien Katja Thorwarths Beitrag über Spranger in der Frankfurter Rundschau.
Am 7. Juni fand im Volkshaus in Sossenheim zur Umbenennung eine Diskussionsveranstaltung für Lehrer_innen, Eltern und Schüler_innen mit einem Vortrag von Benjamin Ortmeyer statt.
In Landau steht die Entscheidung derzeit noch aus.

Zum Pressespiegel (Berichte Mai und Juni 2017)

Broschüre über Eduard Spranger von 2016, die den inhaltlichen Hintergrund zusammenfasst.

Zum Vortrag von Benjamin Ortmeyer am 7.6.

2. Auflage „Ideologische Ausrichtung“ erschienen


Das Buch „Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte 1933–1945. Herrenmenschentum, Rassismus und Judenfeindschaft des Nationalsozialistischen Lehrerbundes. Eine dokumentarische Analyse des Zentralorgans des NSLB“ von Saskia Müller und Benjamin Ortmeyer erscheint erfreulicherweise schon nach relativ kurzer Zeit in der zweiten Auflage. Sie wurde erweitert durch ein Vorwort und ein Nachwort zur aktuellen Debatte.

Zur Buchinfo

Vor- und Nachwort der 2. Aufl.