Wechsel der Leitung der Forschungsstelle

Foto Rhein, Ortmeyer, Kaya

Wie in der letzten Vorlesung von Benjamin Ortmeyer vor dem Ruhestand bereits verkündet wurde, übernahmen ab April Dr. Z. Ece Kaya und Katharina Rhein die Leitung der Forschungsstelle NS-Pädagogik.
Der UniReport vermeldete dies in seiner Ausgabe Nr. 2 im April 2018 ebenfalls.

Advertisements

Debatte um Umbenennung der „Adolf Messer Stiftung Lounge“

Es gibt aktuell an der Goethe-Universität einen Streit um den Namen eines Raums der Universität auf dem Campus Riedberg, der – trotz Protesten von Studierenden – nach der Adolf-Messer-Stiftung benannt ist.
Adolf Messer trat 1933 in die NSDAP ein und beschäftigte später in seinem Frankfurter Unternehmen Zwangsarbeiter.
Hier finden sich der Antrag auf Umbenennung der Lounge, das Kurzgutachten von drei Historikern zu Messer sowie eine kurze Stellungnahme von Benjamin Ortmeyer zu dem Kurzgutachten. Angefügt sind diverse Akten zu Messer, zu dem ZwangsarbeiterInnen-Lager und zum Zwangsarbeiter Raymond Charles Petitjean (aus dem Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden): Zur Materialsammlung

Hier finden Sie ferner weiteres Material zur Zwangsarbeit bei Messer, zum ZwangsarbeiterInnen-Lager und Buchauszüge zum Thema.

„Auschwitz ist kein Spezialthema“ – letzte Vorlesung von Benjamin Ortmeyer

Am 1. Februar fand die letzte Vorlesung vor dem Ruhestand statt:
„Auschwitz ist kein Spezialthema“

Warum ist die Beschäftigung mit der „Erziehung hin zu Auschwitz“ und mit einer „Erziehung nach Auschwitz“ keinesfalls ein „Spezialthema“? Wie können durchaus ganz konkret die NS-Verbrechen, die NS-Ideologie, die NS-Pädagogik und der Umgang mit dem NS nach 1945 als grundlegende Vorbereitung auf den Lehrberuf im Rahmen der universitären Lehre vermittelt werden? Antworten versucht diese Vorlesung mit einem kompakten Überblick über die zweisemestrige Vorlesung „Beschäftigung mit der NS-Zeit als Vorbereitung auf den Lehrberuf“.

Hier einige anlässlich dessen erschienene Presseartikel inkl. eines ausführlichen Interviews in der Frankfurter Rundschau.

Hier ein Mitschnitt der Veranstaltung:

Neuerscheinungen: Ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte – Die Zeitschriften zur »Volksschule« und »Höheren Schule«

Band II und III der Reihe „Die schulspezifische Ausrichtung der Lehrkräfte in der NS-Zeit“ sind erschienen. Sie drehen sich um die Zeitschriften des NS-Lehrerbundes für Lehrkräfte der Volksschulen und höheren Schulen.

Details zu allen Bänden der Reihe beim Verlag

Benjamin Ortmeyer:
Band II: NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift
»Die Deutsche Volkssschule« 1934–1944

Protagoras Academicus: Frankfurt am Main 2018, 278 Seiten, 24,80€, ISBN 978-3-943059-24-3

Die Zeitschrift »Die Deutsche Volksschule« (zunächst unter dem Titel »Der Neue Volkserzieher«, später »Der Deutsche Volkserzieher«) wurde als schulspezifisches Organ der Reichsfachschaft Volksschule des Nationalsozialistischen Lehrerbunds (NSLB) herausgegeben, um speziell die Lehrkräfte im Volksschulbereich mit der NS-Ideologie zu indoktrinieren.
Charakteristisch für diese Zeitschrift ist, dass kein besonders hoher Aufwand betrieben wurde, um die angeblich wissenschaftlichen Theorien über »Rasse« und Vererbung zu erklären und zu vermitteln, schließlich wechselten mehr als 90 % der damaligen Schülerinnen und Schülern nicht auf weiterführende Schulen, sondern verblieben in der Volksschule.
Das »Völkische« steht bei der Argumentation meist im Vordergrund; verwendet wird eine eher grobe Variante der NS-Sprache, mit Ausfällen gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland, mit Betonung der bäuerlichen »Blutquelle« und mit – nicht ohne eine gewisse Redundanz vorgetragenen – Lobliedern auf die angeblich »rassische« Basis der konstruierten »deutschen Volksgemeinschaft«.
3 Bände Schulspezifische Ausrichtung Aber auch die an Ernst Krieck orientierte Forderung nach einer akademischen Ausbildung für Volksschullehrerinnen und -lehrer wird in dieser Zeitschrift diskutiert.

 

Benjamin Ortmeyer
unter Mitarbeit von Johannes Rhein und Jonas Riepenhausen:
Band III: NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift
»Die Deutsche Volkssschule« 1934–1944

Protagoras Academicus: Frankfurt am Main 2018, 300 Seiten, 24,80€, ISBN 978-3-943059-25-0

Die Zeitschrift »Die Deutsche Höhere Schule« wurde als schulspezifisches Organ der Reichsfachschaft Höhere Schulen des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB) herausgegeben, um speziell die Lehrkräfte im Bereich der höheren Schulen mit NS-Ideologie zu indoktrinieren.
Die Autorinnen und Autoren dieser Zeitschrift sind bemüht, sich in Sprache und Themenwahl als Vertreterinnen und Vertreter einer höheren Bildung zu präsentieren. In Auseinandersetzung mit dem bisherigen Bildungskanon wird die NS-Ideologie als Mittel gegen Humanismus auf völkisch-rassistischer Grundlage Thema für Thema ausgebreitet.
Ob und wie Platon für gedanken der »Rasse« eingetreten sei, wird ebenso behandelt wie die Frage, ob die alten Griechen überhaupt mit der »nordischen Blutsgemeinschaft« in Verbinung gebracht werden können oder wie die verschiedenen bereiche der Geisteswissenschaften »rassisch« geprägt seien.
Das Prinzip der Auslese einer Elite der »deutschen Herrenrasse« wird in dieser Zeitschrift begeistert unterstützt. Der klassische Gymnasiallehrer mit seiner elitären Grundhaltung begründet nun – verknüpft mit der NS-Ideologie –, warum nur die Besten auf Höhere Schulen gehen dürften und wie gut und wichtig es sei, dass der elitäre Charakter dieses Schultyps erhalten bleibe.
Rassismus, »Rassenhygiene« udn Judenfeindschaft sind selbstverständliche Bestandtteile der Beiträge in dieser Zeitschrift, die ein breit gefächertes Themenfeld behandeln.

 

Band I erschien bereits 2017 zur Zeitschrift für Lehrerinnen und Lehrer der sogenannten Sonderschulen.

Einladung: Letzte Vorlesung vor dem Ruhestand 1.2.2018

Am Donnerstag, den 1. Februar 2018, um 18.15 Uhr im Casino auf dem Campus Westend hält apl. Prof. Benjamin Ortmeyer seine letzte Vorlesung vor dem Ruhestand:

»Auschwitz ist kein Spezialthema«

 

Warum ist die Beschäftigung mit der „Erziehung hin zu Auschwitz“ und mit einer „Erziehung nach Auschwitz“ keinesfalls ein „Spezialthema“? Wie können durchaus ganz konkret die NS-Verbrechen, die NS-Ideologie, die NS-Pädagogik und der Umgang mit dem NS nach 1945 als grundlegende Vorbereitung auf den Lehrberuf im Rahmen der universitären Lehre vermittelt werden? Antworten versucht diese Vorlesung mit einem kompakten Überblick über die zweisemestrige Vorlesung „Beschäftigung mit der NS-Zeit als Vorbereitung auf den Lehrberuf“.

Ausstellungseröffnung 26. Jan. 2018 – Einladung

Anlässlich des 27. Januars wird am Freitag, den 26.1., um 11.30 Uhr die Ausstellung »Josef Mengele und die Goethe-Universität« des AStAs und der Forschungsstelle NS-Pädagogik eröffnet.

Sowohl auf dem Theodor-W.-Adorno-Platz als auch am Nobert-Wollheim-Platz vor dem Hauptgebäude IG Farben werden jeweils 24 Tafeln den Lebensweg von Mengele, seine Tätigkeiten an der Goethe-Universität, seine Verbrechen in Auschwitz-Birkenau und seine Flucht nach 1945 dokumentieren.

Es sprechen
– Daniel Neumann (Jüdische Gemeinde Hessen)
– Rinaldo Strauß (Landesverband der Sinti und Roma Hessen)
– AStA der Goethe-Universität
– Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer (Forschungsstelle NS- Pädagogik)

Die Eröffnung findet auf dem Adorno-Platz statt.

Rezension zu »Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte«

Jean-Luc Bellanger verfasste für »Le Patriote Résistant – Journal édité par la Fédération nationale des Déportés et Internés, Résistants et Patriots« (n° 925, Décembre 2017) eine Besprechung von »Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte« (der Analyse des Zentralorgans des NS-Lehrerbundes von Saskia Müller und Benjamin Ortmeyer).
Zur Besprechung