Einladung: Letzte Vorlesung vor dem Ruhestand 1.2.2018

Am Donnerstag, den 1. Februar 2018, um 18.15 Uhr im Casino auf dem Campus Westend hält apl. Prof. Benjamin Ortmeyer seine letzte Vorlesung vor dem Ruhestand:

»Auschwitz ist kein Spezialthema«

 

Warum ist die Beschäftigung mit der „Erziehung hin zu Auschwitz“ und mit einer „Erziehung nach Auschwitz“ keinesfalls ein „Spezialthema“? Wie können durchaus ganz konkret die NS-Verbrechen, die NS-Ideologie, die NS-Pädagogik und der Umgang mit dem NS nach 1945 als grundlegende Vorbereitung auf den Lehrberuf im Rahmen der universitären Lehre vermittelt werden? Antworten versucht diese Vorlesung mit einem kompakten Überblick über die zweisemestrige Vorlesung „Beschäftigung mit der NS-Zeit als Vorbereitung auf den Lehrberuf“.

Ausstellungseröffnung 26. Jan. 2018 – Einladung

Anlässlich des 27. Januars wird am Freitag, den 26.1., um 11.30 Uhr die Ausstellung »Josef Mengele und die Goethe-Universität« des AStAs und der Forschungsstelle NS-Pädagogik eröffnet.

Sowohl auf dem Theodor-W.-Adorno-Platz als auch am Nobert-Wollheim-Platz vor dem Hauptgebäude IG Farben werden jeweils 24 Tafeln den Lebensweg von Mengele, seine Tätigkeiten an der Goethe-Universität, seine Verbrechen in Auschwitz-Birkenau und seine Flucht nach 1945 dokumentieren.

Es sprechen
– Daniel Neumann (Jüdische Gemeinde Hessen)
– Rinaldo Strauß (Landesverband der Sinti und Roma Hessen)
– AStA der Goethe-Universität
– Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer (Forschungsstelle NS- Pädagogik)

Die Eröffnung findet auf dem Adorno-Platz statt.

Rezension zu »Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte«

Jean-Luc Bellanger verfasste für »Le Patriote Résistant – Journal édité par la Fédération nationale des Déportés et Internés, Résistants et Patriots« (n° 925, Décembre 2017) eine Besprechung von »Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte« (der Analyse des Zentralorgans des NS-Lehrerbundes von Saskia Müller und Benjamin Ortmeyer).
Zur Besprechung

Neuerscheinung: NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift »Die deutsche Sonderschule«

Soeben ist das Buch „NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift »Die deutsche Sonderschule« 1934–1944. Eine dokumentarische Analyse“ von Marietheres Triebe erschienen. Es stellt damit den I. Teil der Reihe „Die schulspezifische ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte in der NS-Zeit“ dar.

 

Umschlag »NS-Ideologie in DdS«

Die Zeitschrift »Die deutsche Sonderschule« wurde als schulspezifisches Organ der Reichsfachschaft Sonderschulen des Nationalsozialistischen Lehrerbunds (NSLB) herausgegeben, um speziell die Lehrkräfte im Sonderschulbereich mit der NS-Ideologie zu indoktrinieren.

Im Vordergrund steht die Erklärung des »Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses« sowie Fragen der praktischen Auswirkungen in speziellen Schultypen, gerade auch in der »Hilfsschule«. Die Kategorie des »brauchbaren Hilfsschulkinds« impliziert die Aussonderung der als nicht brauchbar angesehenen Schulkinder, eine Vorstufe zu deren Sterilisation und später zu deren Ermordung. Die Sterilisation dabei wird als nötiges »Opfer für das deutsche Volk« pseudomoralisch unterfüttert.

In dieser Zeitschrift wurde diskutiert, wie Akten über Krankheiten von Kindern und über deren Familien erfasst und archiviert werden sollten. In vielerlei Hinsicht ging es außerdem darum, die sogenannten »Asozialen« zu identifizieren und als »erbkrank« zu charakterisieren.

Insgesamt wird die besondere Bedeutung der Sonderschule für die »Reinerhaltung des deutschen Volkskörpers« – wie es im NS-Jargon hieß – herausgestellt. Dies geschah im Rahmen der rassistischen Hetze gegen Sinti und Roma und gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland.

(452 Seiten ● Frankfurt am Main 2017 ● ISBN 978-3-943059-23-6 ● 39,80 Euro)

Verlags-Website

Neuerscheinung: »Kolonialpädagogische Schriften in der NS-Zeit«

Dr. Ece Kayas Dissertation ist erschienen:

Umschlag »Kolonialpädagogische Schriften in der NS-Zeit«
Kolonialpädagogische Schriften in der NS-Zeit
»Eine spezifisch deutsche Theorie der Kolonisation«: Zur Geschichte des Kolonialrassismus in der deutschen Erziehungswissenschaft
Beltz: Weinheim und Basel 2017.

Details beim Verlag
Inhaltsverzeichnis
Leseprobe beim Verlag

Die Studie analysiert kolonialpädagogische Schriften in der NS-Zeit. Anhand der Propaganda für eine Rückgewinnung der nach dem Ersten Weltkrieg verlorenen deutschen Kolonien und der rassistisch begründeten Kritik an den Kolonialerziehungsprogrammen anderer Kolonialmächte wurden rassistische Bilder über Kulturen in Afrika genutzt, um deutsche Kolonialansprüche zu rechtfertigen. Ein wesentliches Resultat dieser Analyse ist, dass es in der NS-Zeit nicht nur eine kolonialrassistische, sondern auch eine als „spezifisch deutsch“ beschriebene nationalistische Theorie der Kolonisation gegeben hat.