Neuerscheinung: Forschungsbericht zu „Beltz in der NS-Zeit“

Der Bericht zum Forschungsprojekt „Beltz in der NS-Zeit“ ist erschienen. Infos zu dem Projekt hier.

Umschlag »NS-ideologische Publikationen des Beltz-Verlags 1933–1944«Benjamin Ortmeyer (Hrsg.) | Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main:
NS-ideologische Publikationen des Beltz-Verlags 1933–1944

unter Mitarbeit von Thomas Brandt, Luise Hartzsch, Z. Ece Kaya, Saskia Müller, Fedor Renje, Jonas Riepenhausen und Susanne Thimm
Beltz: Weinheim und Basel 2018, inkl. E-Book
ISBN 978-3-407-25821-2
Details beim Verlag
↓ Broschüre zum Forschungsbericht ↓ (pdf)

Das Buch wird am 11. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.

Wechsel der Leitung der Forschungsstelle

Foto Rhein, Ortmeyer, Kaya

Wie in der letzten Vorlesung von Benjamin Ortmeyer vor dem Ruhestand bereits verkündet wurde, übernahmen ab April Dr. Z. Ece Kaya und Katharina Rhein die Leitung der Forschungsstelle NS-Pädagogik.
Der UniReport vermeldete dies in seiner Ausgabe Nr. 2 im April 2018 ebenfalls.

Neuerscheinungen: Ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte – Die Zeitschriften zur »Volksschule« und »Höheren Schule«

Band II und III der Reihe „Die schulspezifische Ausrichtung der Lehrkräfte in der NS-Zeit“ sind erschienen. Sie drehen sich um die Zeitschriften des NS-Lehrerbundes für Lehrkräfte der Volksschulen und höheren Schulen.

Details zu allen Bänden der Reihe beim Verlag

Benjamin Ortmeyer:
Band II: NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift
»Die Deutsche Volkssschule« 1934–1944

Protagoras Academicus: Frankfurt am Main 2018, 278 Seiten, 24,80€, ISBN 978-3-943059-24-3

Die Zeitschrift »Die Deutsche Volksschule« (zunächst unter dem Titel »Der Neue Volkserzieher«, später »Der Deutsche Volkserzieher«) wurde als schulspezifisches Organ der Reichsfachschaft Volksschule des Nationalsozialistischen Lehrerbunds (NSLB) herausgegeben, um speziell die Lehrkräfte im Volksschulbereich mit der NS-Ideologie zu indoktrinieren.
Charakteristisch für diese Zeitschrift ist, dass kein besonders hoher Aufwand betrieben wurde, um die angeblich wissenschaftlichen Theorien über »Rasse« und Vererbung zu erklären und zu vermitteln, schließlich wechselten mehr als 90 % der damaligen Schülerinnen und Schülern nicht auf weiterführende Schulen, sondern verblieben in der Volksschule.
Das »Völkische« steht bei der Argumentation meist im Vordergrund; verwendet wird eine eher grobe Variante der NS-Sprache, mit Ausfällen gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland, mit Betonung der bäuerlichen »Blutquelle« und mit – nicht ohne eine gewisse Redundanz vorgetragenen – Lobliedern auf die angeblich »rassische« Basis der konstruierten »deutschen Volksgemeinschaft«.
3 Bände Schulspezifische Ausrichtung Aber auch die an Ernst Krieck orientierte Forderung nach einer akademischen Ausbildung für Volksschullehrerinnen und -lehrer wird in dieser Zeitschrift diskutiert.

 

Benjamin Ortmeyer
unter Mitarbeit von Jonas Riepenhausen und Johannes Rhein:
Band III: NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift
»Die Deutsche Volkssschule« 1934–1944

Protagoras Academicus: Frankfurt am Main 2018, 300 Seiten, 24,80€, ISBN 978-3-943059-25-0

Die Zeitschrift »Die Deutsche Höhere Schule« wurde als schulspezifisches Organ der Reichsfachschaft Höhere Schulen des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB) herausgegeben, um speziell die Lehrkräfte im Bereich der höheren Schulen mit NS-Ideologie zu indoktrinieren.
Die Autorinnen und Autoren dieser Zeitschrift sind bemüht, sich in Sprache und Themenwahl als Vertreterinnen und Vertreter einer höheren Bildung zu präsentieren. In Auseinandersetzung mit dem bisherigen Bildungskanon wird die NS-Ideologie als Mittel gegen Humanismus auf völkisch-rassistischer Grundlage Thema für Thema ausgebreitet.
Ob und wie Platon für gedanken der »Rasse« eingetreten sei, wird ebenso behandelt wie die Frage, ob die alten Griechen überhaupt mit der »nordischen Blutsgemeinschaft« in Verbinung gebracht werden können oder wie die verschiedenen bereiche der Geisteswissenschaften »rassisch« geprägt seien.
Das Prinzip der Auslese einer Elite der »deutschen Herrenrasse« wird in dieser Zeitschrift begeistert unterstützt. Der klassische Gymnasiallehrer mit seiner elitären Grundhaltung begründet nun – verknüpft mit der NS-Ideologie –, warum nur die Besten auf Höhere Schulen gehen dürften und wie gut und wichtig es sei, dass der elitäre Charakter dieses Schultyps erhalten bleibe.
Rassismus, »Rassenhygiene« udn Judenfeindschaft sind selbstverständliche Bestandtteile der Beiträge in dieser Zeitschrift, die ein breit gefächertes Themenfeld behandeln.

 

Band I erschien bereits 2017 zur Zeitschrift für Lehrerinnen und Lehrer der sogenannten Sonderschulen.

Neuerscheinung: NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift »Die deutsche Sonderschule«

Soeben ist das Buch „NS-Ideologie in der NSLB-Zeitschrift »Die deutsche Sonderschule« 1934–1944. Eine dokumentarische Analyse“ von Marietheres Triebe erschienen. Es stellt damit den I. Teil der Reihe „Die schulspezifische ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte in der NS-Zeit“ dar.

 

Umschlag »NS-Ideologie in DdS«

Die Zeitschrift »Die deutsche Sonderschule« wurde als schulspezifisches Organ der Reichsfachschaft Sonderschulen des Nationalsozialistischen Lehrerbunds (NSLB) herausgegeben, um speziell die Lehrkräfte im Sonderschulbereich mit der NS-Ideologie zu indoktrinieren.

Im Vordergrund steht die Erklärung des »Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses« sowie Fragen der praktischen Auswirkungen in speziellen Schultypen, gerade auch in der »Hilfsschule«. Die Kategorie des »brauchbaren Hilfsschulkinds« impliziert die Aussonderung der als nicht brauchbar angesehenen Schulkinder, eine Vorstufe zu deren Sterilisation und später zu deren Ermordung. Die Sterilisation dabei wird als nötiges »Opfer für das deutsche Volk« pseudomoralisch unterfüttert.

In dieser Zeitschrift wurde diskutiert, wie Akten über Krankheiten von Kindern und über deren Familien erfasst und archiviert werden sollten. In vielerlei Hinsicht ging es außerdem darum, die sogenannten »Asozialen« zu identifizieren und als »erbkrank« zu charakterisieren.

Insgesamt wird die besondere Bedeutung der Sonderschule für die »Reinerhaltung des deutschen Volkskörpers« – wie es im NS-Jargon hieß – herausgestellt. Dies geschah im Rahmen der rassistischen Hetze gegen Sinti und Roma und gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland.

(452 Seiten ● Frankfurt am Main 2017 ● ISBN 978-3-943059-23-6 ● 39,80 Euro)

Verlags-Website

Neuerscheinung: »Kolonialpädagogische Schriften in der NS-Zeit«

Dr. Ece Kayas Dissertation ist erschienen:

Umschlag »Kolonialpädagogische Schriften in der NS-Zeit«
Kolonialpädagogische Schriften in der NS-Zeit
»Eine spezifisch deutsche Theorie der Kolonisation«: Zur Geschichte des Kolonialrassismus in der deutschen Erziehungswissenschaft
Beltz: Weinheim und Basel 2017.

Details beim Verlag
Inhaltsverzeichnis
Leseprobe beim Verlag

Die Studie analysiert kolonialpädagogische Schriften in der NS-Zeit. Anhand der Propaganda für eine Rückgewinnung der nach dem Ersten Weltkrieg verlorenen deutschen Kolonien und der rassistisch begründeten Kritik an den Kolonialerziehungsprogrammen anderer Kolonialmächte wurden rassistische Bilder über Kulturen in Afrika genutzt, um deutsche Kolonialansprüche zu rechtfertigen. Ein wesentliches Resultat dieser Analyse ist, dass es in der NS-Zeit nicht nur eine kolonialrassistische, sondern auch eine als „spezifisch deutsch“ beschriebene nationalistische Theorie der Kolonisation gegeben hat.

Neues Forschungsprojekt: Der Beltz-Verlag in der NS-Zeit

Die Forschungsstelle NS-Pädagogik und der Beltz-Verlag beginnen ein neues Forschungsprojekt, das im Laufe der kommenden Monate durchgeführt wird. Es werden die in der Nazi-Zeit erschienenen Publikationen des Beltz-Verlages recherchiert und bewertet.
Das Projekt „Beltz in der NS-Zeit“ wird von Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer geleitet: „Das Projekt ist ein Beitrag zur Aufklärung über die oft unterschätzte Rolle der NS-Pädagogik bei der durchaus nicht völlig erfolglosen Zurichtung einer ganzen Generation im Sinne von Krieg, Rassismus und Judenfeindlichkeit. Die Veröffentlichungen von Beltz stehen exemplarisch für die Arbeit vieler pädagogischer Verlage während dieser Zeit.“
„Beltz hat in seiner Vergangenheit viel erlebt“, sagt Nils Rübelmann vom Beltz-Verlag. Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums des Verlags ist es ein besonderes Interesse, „auch dieses Kapitel aufzuarbeiten. Aufklärung ist ein Wert an sich, es geht darum, aus der Vergangenheit zu lernen, um die Zukunft zu verbessern.“

Vier bislang erschienene Artikel zum Projekt.

2. Auflage „Ideologische Ausrichtung“ erschienen


Das Buch „Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte 1933–1945. Herrenmenschentum, Rassismus und Judenfeindschaft des Nationalsozialistischen Lehrerbundes. Eine dokumentarische Analyse des Zentralorgans des NSLB“ von Saskia Müller und Benjamin Ortmeyer erscheint erfreulicherweise schon nach relativ kurzer Zeit in der zweiten Auflage. Sie wurde erweitert durch ein Vorwort und ein Nachwort zur aktuellen Debatte.

Zur Buchinfo

Vor- und Nachwort der 2. Aufl.

Hessische Lehrerzeitung zur Buchvorstellung „Ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte“

Die „Hessische Lehrerzeitung“ berichtet in ihrer Ausgabe 3/2017 über die Buchvorstellung am 25. Januar 2017 an der Universität Frankfurt. Vorgestellt wurde das Buch „Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte 1933-1945“ von Saskia Müller und Benjamin Ortmeyer.
Zum Bericht „Eine schmerzhafte Debatte: Vortrag zur ideologischen Ausrichtung der Lehrkräfte in der NS-Zeit“ (HLZ 3/2017)