HLZ: Imitation und Indoktrination, 9-10/2015

In der aktuellen Ausgabe der Hessischen Lehrerzeitung der GEW (9-10/2015) ist ein Artikel von Benjamin Ortmeyer und Katharina Rhein über die NS-Propaganda gegen die Arbeiterbewegung erschienen.
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Evaluation der Forschungsstelle beginnt

Die Evaluation der Forschungsstelle NS-Pädagogik wurde vom Leitungsteam des Dekanats des Fachbereiches Erziehungswissenschaften beschlossen und der Forschungsstelle mitgeteilt. Die Evaluierung wird von Prof. Dr. Matthes und Prof. Dr. Glaser (Historische Bildungskommission der DGfE) durchgeführt.

Hier ein von uns für die Evaluation und alles Interessierten erstellter Überblick über die Arbeit der Forschungsstelle. (aktualisiert)

Gründung des Wissenschaftlichen Beirats

Am 17. April 2015 hat sich der Wissenschaftliche Beirat der Forschungsstelle NS-Pädagogik gegründet. Der Beirat gewährt neben der wissenschaftlichen Diskussion und Vernetzung auch Hilfe bei der Festigung der Forschungsstelle in der Goethe-Universität, Unterstützung der aktuellen Anträge durch Beratung, Interaktion in der laufenden Arbeit, Intervention in der Öffentlichkeit.
Ihm gehören folgende Mitglieder an:

  • Prof. Dr. Micha Brumlik (Humboldt Universität Berlin)
  • Prof. Dr. Jürgen Oelkers (Universität Zürich)
  • Prof. Dr. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut – Goethe-Universität)
  • Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber (Sigmund-Freud-Institut)
  • Prof. Dr. Astrid Messerschmidt (PH Karlsruhe / TU Darmstadt)
  • Prof. Dr. Sabine Andresen (Goethe-Universität)
  • Dr. Steffen Bruendel (Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Goethe-Universität)
  • Dr. Manfred Wittmeier (Goethe-Universität)

Die Gründung erfolgte im Anschluss an die angeregten gemeinsamen Diskussionen im Rahmen der Tagung „Historische Bildungsforschung zur NS-Zeit und die Arbeit der Forschungsstelle NS-Pädagogik“.

Neuerscheinung

Benjamin Ortmeyer/Katharina Rhein:
NS-Propaganda gegen die Arbeiterbewegung 1933–1945. Imitation und Indoktrination

Beltz Juventa-Verlag: Weinheim und Basel 2015.
244 Seiten, 19,95 €

»Die NS-Propaganda gegen die Arbeiterbewegung arbeitete mit Hetze und Imitation – gerade, um Jugendliche zu beeinflussen. Das Feindbild basierte dabei in der Regel auch auf Antisemitismus. Hetze einerseits und Lob auf die „guten Deutschen“ bestimmte die Propaganda.
Wie erfolgte die NS-Propaganda gegen die Arbeiterbewegung gegenüber Jugendlichen? Insbesondere dieser Frage widmet sich die Studie „NS-Propaganda gegen die Arbeiterbewegung 1933–1945“. Deutlich wird, dass einerseits gegen die Gegner des NS-Regimes gehetzt und andererseits ihre Darstellungsform imitiert wurde. Die Propaganda gegen die Arbeiterbewegung war außerdem eng mit der Judenfeindschaft verbunden – sei es, dass Juden als Anstifter der Arbeiterbewegung galten, oder dass sich die NS-Bewegung als antikapitalistisch gegen angebliches jüdisches Finanzkapitel inszenierte. Den Feindbildern wurden dabei immer das nationalistische deutsche Selbstbild und die Einheit der „deutschen Volksgemeinschaft“ als positiv gegenübergestellt.«
(Beltz-Verlag)

Fachtagung der Forschungsstelle NS-Pädagogik

Anlässlich der Konstituierung des Wissenschaftlichen Beirats der Forschungsstelle NS-Pädagogik wird am 17. April eine Tagung zur Lage der historischen Bildungsforschung nach 1945 stattfinden. Außerdem wird die Forschungsarbeit der Forschungsstelle vorgestellt und diskutiert.
Download: Einladung und Programm.
17. April 2015, 10.30-16.00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, PA Gebäude, P 20

Jenseits des hippokratischen Eids: Dr. Mengele und die Goethe-Universität

Was haben Mengele und die Verbrechen in Auschwitz mit der Goethe- Universität Frankfurt zu tun?

• Dr. med. Mengele promovierte 1937 an der Goethe-Universität und arbeitete hier.
• Auschwitz: Mengele schickte durch Selektion unzählige Häftlinge in die Gaskammern & führte Menschenversuche und medizinische Verbrechen durch
• Nach 1945: Flucht, dann enger Kontakte mit einem Anwalt in Frankfurt; er besuchte Deutschland legal, wurde aber nie gefasst.

VORTRAG VON apl. PROF. DR. BENJAMIN ORTMEYER
MONTAG, 27. JANUAR 2014, 18. 00 UHR
RAUM: CASINO 1.801, CAMPUS WESTEND
Begrüßung: Vizepräsidentin Prof. Dr. Tanja Brühl

Die Veranstaltung wird unterstützt durch:
Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen
Verband Deutscher Sinti und Roma, LV Hessen
GEW – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, LV Hessen
AStA Uni Ffm
Buber-Rosenzweig Stiftung

Downloads:
Einladung als Flyer
Präsentation: 100 Jahre Goethe Uni und Dr. Mengele
Die Doktorarbeit des Todesengels, Faz 21.1.14 Goethe-Uni und Mengele

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Weitere Veranstaltungen zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz am 27. Januar:

Trude Simonsohn: Erinnerung an Theresienstadt / Gespräch
Trude Simonsohn im Gespräch mit Jutta Ebeling und Raphael Gross
Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, IG Farben-Haus, Raum 311, 16:00 Uhr

Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus:
Das Adorno-Quartett spielt Streichquartette von Gideon Klein, Victor Ullmann, Bernhard Sekles und Józef Koffler.
Campus Westend, Casino, Raum 1.801, 20:00 Uhr

Gründung der Forschungsstelle NS-Pädagogik

• Begrüßung: Prof. Dr. Raphael Gross, Direktor des Fritz-Bauer-Instituts
• Zur Konzeption der Forschungsstelle: Prof. Dr. Micha Brumlik / apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer

Ausgangspunkt der Arbeit ist die These, dass das Wissen über die NS-Zeit zur Allgemeinbildung gehört und dieses Wissen und die Auseinandersetzung über die NS-Pädagogik fester Bestandteil der Vorbereitung auf den Lehrberuf werden sollen.
Die „Forschungsstelle NS-Pädagogik“ wurde im Januar 2012 zur Förderung der Verbindung von Forschung und Lehre und zur zentralen Sammlung bisheriger Studien und Materialien zum Thema „Erziehungswissenschaft und Pädagogik in der NS-Zeit“ gegründet.

1. In den vergangenen drei Jahren wurde im Rahmen eine Lehr und Forschungsprojektes der Hans-Boeckler-Stiftung eine sozialempirische Studie mit über 300 Studierenden zu ihrem Wissen über die NS-Zeit (und die Zugänge der Studierenden zur NS-Zeit – Schule, Familie, Medien) durchgeführt. Diese Studie wurde verbunden mit der Entwicklung von Vortagskonzepten zur NS-Zeit und der NS-Pädagogik in mehrfach evaluierten Vorlesungen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden vorgestellt.

2. In den nächsten drei Jahren werden – zusammen mit Studierenden und gestützt auf ein genehmigtes DFG-Projekt – im Original zehn erziehungswissenschaftliche und pädagogische Zeitschriften aus der NS-Zeit (von universitären Zeitschriften wie „Die Erziehung“,„Volk im Werden“ bis hin zur Schülerzeitschrift des NSLB „Hilf mit“) recherchiert, zugänglich gemacht
und auf rassistische und antisemitische Denkmuster untersucht.
Die Konzeption dieses Lehr- und Forschungsprojekts wird vorgestellt.


Mittwoch, den 25. Januar 2012
Campus Westend – Casino / Raum 1.812
18.00 Uhr