Vorlesungen

Erziehungswissenschaft und Pädagogik in der NS-Zeit (Teil I & II)
Leitung: apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die NS-Zeit und ihre Pädagogik in Theorie und Praxis. Ausgehend von den NS-Verbrechen werden die NS-Ideologie und ihre Wirkungsweise als grundlegend für die Analyse der NS-Pädagogik vorgestellt.
In der Vorlesung stehen dabei unterschiedliche Ebenen pädagogischen Wirkens im Fokus. Die Publikationen der ausgesprochen an der NSDAP orientierten Wissenschaftler (Ernst Krieck und Alfred Baeumler) und der das NS-Systems trotz Distanz unterstützenden geisteswissenschaftlichen und reformpädagogischen Wissenschaftler (Spranger, Nohl, Weniger und Petersen) zeigen die Bandbreite damaliger Theorien.
Die Ausgrenzung der später zur Vernichtung bestimmten jüdischen Jugendlichen im Schulalltag und die Realität der NS-Indoktrination im Schulalltag beleuchtet die pädagogische Praxis der NS-Zeit. Das gleiche gilt für die Analyse der NS-Schülerzeitschrift „Hilf mit!“ oder die insbesondere durch Johanna Haarer formulierte und im NS propagierte Form der Kleinkindererziehung.
Im Kontrast zur NS-Indoktrination werden der Widerstand in Deutschland und in anderern Ländern sowie Gegenkonzepte gegen autoritäre Erziehungsstile thematisiert.
Die Vorlesung wird regelmäßig als zweisemestrige Lehrveranstaltung angeboten. Sie stützt sich auf die im Rahmen des Lern- und Forschungsprojekts „Reflexionen über die NS-Zeit und über die NS-Pädagogik als Vorbereitung auf den Lehrberuf“ erarbeiteten Vortragskonzepte und Schlüsselszenen. Die Vortragskonzepte und Schlüsselszenen können dabei immer wieder variiert werden. Zudem wird ihre Anwendbarkeit so kontinuierlich überprüft was gegebenenfalls zu Veränderungen oder Erweiterungen führt.
[Teil I und Teil II der Vorlesung können unabhängig voneinander besucht werden.]